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75 Jahre Wiederkehr  der Befreiung Deutschlands vom Hitlerfaschismus- Beendigung der aggressiven Russlandpolitik

mamajew kurgan
Aktuelle Betrachtungen

70.Jahrestag des Sieges

Geostrategische Machtblöcke Leningrad /Skt. Petersburg

75 Jahre Wiederkehr des Tages der Befreiung -russisch

75 Jahre der Wiederkehr der Befreiung Deutschlands vom Hitlerfaschismus

Wir schreiben das Jahr 2020. Die Welt hat sich verändert! Die Spannungen gegenüber Russland wachsen! Heute ist es für die Öffentlichkeit der BRD, von der Regierung bis zur letzten Organisation dringender denn je, den Tag der Befreiung, der Vernichtung des Faschismus in Deutschland eng zu verbinden mit einer Politik des Vertrauens und der Entspannung gegenüber der Russischen Föderation! Das muss heute der Hauptgedanke  der Ehrung dieses historischen Datums und der Umsetzung der historischen Lehren sein.

Dieser Beitrag soll anlässlich des welthistorischen Datums 8./9. Mai 1945  beginnen mit dem einen tiefen Dank an die Millionen sowjetischer Menschen, die durch ihren heldenhaften Kampf, durch unendliche Opfer und ihren Siegeswillen für ihr Vaterland dieses historische Datum für ewig in die Hirne und Herzen aller ehrlichen Menschen eingeprägt haben. Mit diesem Sieg begann eine neue Etappe des 20.Jahrhunderts. Die Memorials des Sieges im ganzen Land zeigen Trauer und ehrendes Gedenken, aber auch den entschlossenen Willen, Feinde abzuwehren. Dank gebührt auch den Völkern der USA und Großbritanniens, allen Widerstandskämpfern gegen das Naziregime! Hunderttausende opferten ihr Leben für den Sieg über Hitlerdeutschland. Sie alle brachten für die Völker Europas und für das deutsche Volk die Freiheit von der barbarischen NS- Herrschaft, die Chance eines friedlichen und demokratischen Neubeginns. Mit dem Sieg über das faschistische Japan begann auch in Asien eine neue Ära der Geschichte.  

Vor fünf Jahren erschien hier ein Artikel zum 70. Jahrestag der Befreiung und Tag des Sieges über den Hitlerfaschismus  . Fünf Jahre - die Situation in der Welt hat sich deutlich verändert. Eine Politik des Vertrauens und der Entspannung  sind noch wichtiger geworden, ihr Gewicht für die  Zukunft der Welt ist deutlich gestiegen. Die Situation in der Welt nimmt immer besorgniserregendere Formen und Inhalte an und bedarf dringender Einflussnahme aller Menschen, denen die Zukunft ihrer Kinder, der Inhalt eines erfüllten Lebens den gebührenden Stellenwert einnimmt, den die absolute Mehrheit der Menschen ersehnt. Die Eskalation sicherheitsrelevanter Akte der letzten Jahre gegen Russland ist eine absolut inakzeptable Gefährdung der Sicherheitslage in der Welt! Die USA diktieren noch immer die NATO- Politik und die Regierung der BRD unterwirft sich wider alle leidvolle historische Erfahrung einer Russland- feindlichen Militärdoktrin.

Vor 30 Jahren nannte US-Präsident Ronald Reagan die Sowjetunion "Reich des Bösen".(Quelle1 , Quelle 2 ). Viele US Politiker schüttelten damals den Kopf oder waren erschrocken, als US-Präsident Reagan die Sowjetunion am 8. März 1983 als »evil empire«  bezeichnete. Dieser Begriff hat Präsident Reagan überdauert und er wurde nie wirksam korrigiert. Wichtig ist u.E. auch drei Jahrzehnte später der historische Kontext, nämlich die Auseinandersetzung um die NATO- »Nachrüstung« . Am 25. Juli 1980 unterzeichnete US- Präsident Carter die Directive 59, die zum Ziel hatte, einen Atomkrieg planbar und führbar zu machen (!). Und schließlich verkündet Ronald Reagan am 11. August 1984 –  im TV  die Bombardierung Russlands.

Die Sowjetunion brachte durch ihren Außenminister Andrei Gromyko bereits am 4. Oktober 1983 einen umfassenden Freeze-Vorschlag in die UN-Vollversammlung ein. Am 15. Dezember 1983 wurde er mit 124 gegen 15 Stimmen – darunter neben den USA auch die BRD (!)– bei sieben Enthaltungen als Resolution verabschiedet. 

Aspekte der letzten 5 Jahre , die vorrangig die Verschärfung der Konfrontations-Politik des Westens gegenüber Russland abbilden:

Entspannung und Vertrauensbildung - Sicherheitsaspekte der Politik der Machtblöcke

Neben anderen wichtigen Themen ist eine wirksame Entspannung und Vertrauensbildung  zwischen den beiden heute entstandenen weltweiten Machtblöcken das fundamentale Thema!  Das aktuelle Verhältnis der Deutschen zu Russland, ihre Haltung zur die unerträglichen Hetze gegen Russland und gegen die Eskalation militärischer Muskelspiele entscheiden mit, wie sich die westeuropäische Politik gestaltet:  für oder gegen Entspannung und Vertrauensbildung. Anlässlich des 75. Jahrestages des Sieges über Hitlerdeutschland ist das ein besonderes Anliegen! 

75 Jahre nach dem Sieg über Hitlerdeutschland dank der historischen Leistungen der  Sowjetarmee und deren Verbündeten dominiert- versteckt oder offen- in den Köpfen und im Handeln vieler US- Politiker und Militärs noch immer  die Ideologie vom "»evil empire«, vom Reich des Bösen. In deren Gefolge agieren auch die vielfährigen NATO- Oberen. Diese Haltung gegenüber Russland, gegenüber einem Mitglied des Sicherheitsrates der "Vereinten Nationen" ist heute der KERN der Spannungen in der Welt und dominiert die Sicherheitslage. Hass und Aggressivität gegen Russland sind heute besonders empörend.

Der  Blick auf wenige Meilensteine der letzten Jahrzehnte, auf wichtige Schritte vorrangig seitens der UdSSR bzw. Russlands zeigt uns :

  • Ein erster wichtiger Schritt hin zu Vertrauen und Entspannung war u.E. die Orientierung der UdSSR auf eine friedliche Koexistenz der Gesellschaftssystem. Bereits 1961 erläuterte Chruschtschow auf dem XXII. Parteitag der KPdSU 1961, friedliche Koexistenz sei „kein provisorischer labiler Waffenstillstand zwischen Kriegen“. Frieden und friedliche Koexistenz seien nicht identisch. Die Sowjetunion müsse demnach militärisch gerüstet sein, um den Frieden zu bewahren. Der Kern der friedlichen Koexistenz sei "..eine Koexistenz zweier entgegengesetzter Gesellschaftssysteme, die gegenseitig darauf verzichten, den Krieg als Mittel zur Lösung von Streitigkeiten zwischen den Staaten anzuwenden“

  •  "Die Gründungsurkunde der KSZE, die von 35 Staaten am 1. August 1975 unterzeichnete Schlussakte von Helsinki, war Resultat eines Tauschgeschäfts zwischen den beiden Blöcken und zugleich der Gipfel der Entspannungspolitik. Die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) war Ergebnis von blockübergreifender Konferenzen der europäischen Staaten zur Zeit des Ost-West-Konfliktes. Die erste Konferenz fand auf Initiative der Warschauer Vertragsstaaten ab dem 3. Juli 1973 in Helsinki statt. Unter dem Einfluss der USA, der NATO erfolgte dann ab ca. 1994 eine systematische Abkehr von den vereinbarten  wertvollen Mechanismen und Prinzipien durch  EU - Politik .

  • Im Oktober 1986 bei ihrem zweiten Treffen in Reykjavík unterbreitete Gorbatschow den mutigen Vorschlag, innerhalb von fünf Jahren die nuklearen Arsenale um die Hälfte zu reduzieren und sie binnen weiterer fünf Jahre ganz zu vernichten. US- Präsident Reagan stimmte zu, beharrte jedoch auf dem Aufbau eines (nie realisierten) weltraumgestützten Raketenschutzschilds. Aus sowjetischer Sicht kam das der Ansage eines neuen Wettrüstens gleich. Um die Spirale des Misstrauens zu durchbrechen, machte Gorbatschow einseitige Zugeständnisse. Der Washingtoner INF-Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme vom 8. Dezember 1987 sah die Vernichtung von 1846 sowjetischen Raketen vor – mehr als doppelt so viele, wie auf Seiten der USA liquidiert werden sollten. Der INF-Vertrag - der Mittelstrecken-Nuklearstreitkräfte-Vertrag oder Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme) bezeichnet ein Bündel bilateraler Verträge über die Vernichtung aller boden-/landgestützten Flugkörper mit kürzerer und mittlerer Reichweite (500 bis 5500 Kilometer), über Inspektionsmaßnahmen u.a. . Der Vertrag wurde am 8. Dezember 1987 unterzeichnet und am 1. Juni 1988 in Kraft gesetzt. Er wurde auf unbeschränkte Dauer geschlossen, jedoch am 2. August 2019 außer Kraft gesetzt.

  • Im Oktober 2018 kündigte US-Präsident Trump an, den INF-Vertrag zu kündigen. Russland verstoße mit der Produktion des neuen landgestützten Marschflugkörpers 9M729 (NATO-Codename: SS-C-8 Screwdriver) für das nuklear bestückbare Trägersystem Iskander-K gegen den Vertrag. Russlands offizielle Kreise wiedersprachen diesen Vorwürfen. Die Volksrepublik China wies US-Vorwürfe zurück, dass eine chinesische Aufrüstung mit atomaren Mittelstreckensystemen etwas mit der Entscheidung von US-Präsident Trump zu tun habe. China ist im Gegensatz zu den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und zu den USA aber kein Vertragspartner des INF-Vertrags. Allerdings wird US-seitig behauptet, dass ein hoher Prozentsatz der vorhandenen chinesischen Raketen und Marschflugkörper unter den INF-Vertrag fallen würden. Es ist daher eine dringende Notwendigkeit, den Inhalt des Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme unter Einbeziehung der VR China und anderer Atommächte zu aktualisieren. Dieser Schritt steht leider diametral der gegenwärtigen aggressiven Politik der Trump- Administration entgegen.

  • Den Gedanken vom „gemeinsamen Haus Europa“ unterbreitete bereits Gorbatschow bei einem Auslandsbesuch in Frankreich im Herbst 1985 . Die Idee vom „gemeinsamen Haus“ setzte auf eine Stärkung der Interessen Europas gegenüber den USA , um dadurch  angesichts der hohen Militärausgaben das ruinöse Wettrüsten zu beenden. Dieser Gedanke wurde bekanntlich später mehrmals auf internationaler Ebenen seitens der Staatsführung Russlands von Präsident Putin wiederholt

  • Der Zusammenbruch der Sowjetunion im Dezember 1991 bedeutete für ein gesamteuropäisches Projekt vom "Gemeinsames Haus Europa" das endgültige Aus. Bemerkenswert ist dazu die Meinung von Jack Matlock- US-Botschafter in Moskau  (1987 und 1991), der rückblickend kritisierte[5 ], dass viele US-Politiker  das Ende des Kalten Kriegs als einen militärischen Sieg betrachtet hätten. Dabei hätte die Hauptfrage damals lauten müssen, „wie die Vereinigten Staaten die Unabhängigkeit der Länder Zentraleuropas gewährleisten können und zugleich ein Sicherheitssystem für Europa entwerfen, das den Europäern die Hauptverantwortung für die Zukunft ihres Kontinents überträgt“.

  • Nach den Terroranschlägen vom 11. September schlug Russland , ähnlich wie die Anti-Hitler-Koalition des Zweiten Weltkriegs ein  Bündnis gegen Terrorismus vor. Als Antwort kündigten die USA zwei Monate später den Ausstieg aus dem ABM-Vertrag an, den Breschnew und Nixon 1972 unterzeichnet hatten. Damit war klar, dass die USA erneut nach militärischer Überlegenheit strebten. ...Auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2007erklärte Putin :  „Man versucht uns neue Demarkationslinien und Mauern aufzudrängen.“ Seine Vorschläge zum "Gemeinsamen Haus Europa" wurden durch den Westen wiederum ignoriert.

  • Die NATO unter Federführung der USA betrieb eine unverhohlene Expansion ihres Einflussbereiches bis an die Westgrenze Russlands.  1997 wurden die ersten ehemaligen Volksdemokratien in die Nato integriert, 2004 auch die baltischen Exsowjetrepubliken . Die Aufnahme in die EU erfolgte in zwei Schüben, 2004 und 2007". [4 ] Es erfolgten Truppenstationierungen, strategischer Radarkomplexe u.a. Die Regierungen dieser Länder erfanden dafür in perverser Absicht eine Bedrohungslage durch Russland und kassierten im Gegenzug Milliarden aus EU- Fonds.

  • Die Hintergründe der Ukraine- Ereignisse des Jahres 2004 reihen sich  in Aktionen des Westens ein, die Einfluss-Sphäre der NATO an die Westgrenze Russlands auszudehnen und die historisch über Jahrhunderte bestehende wirtschaftliche und ethische Gemeinschaft von Russen und Ukrainern zu zerstören. Die USA "finanzierten" dafür diese "Revolution" bekanntlich mit ca. 2 Milliarden US$, im Gegenzug bauten sie ihren Einfluss auf das Land gravierend aus , lieferten US - Waffen auf Kredit und  erhielten ungehinderten Zugriff zu ehemals wichtigen strategischen Rüstungsbetrieben der UdSSR. Nicht zuletzt bestand für Russland die große Gefahr, ihre umfangreichen strategischen Militärobjekte auf der Krim zu verlieren. Die unverhohlene Expansion des US- Einflussbereiches wird leider bis heute im offiziellen Westen nicht artikuliert, stattdessen läuft die "Annexion" der Krim seit Jahren in breiter Front der Medien . Eine total einseitige Argumentation gegen ein Wahlergebnis der Bewohner der Krim , während in anderen Staaten der Welt Wahlergebnisse im Interesse der USA oder reaktionärer Kräfte manipuliert und gefeiert werden.  2008 entfachte der Westen eine Propagandaschlacht gegen Russland,  als der Versuch des georgischen Präsidenten,  eine Ausdehnung der NATO in den Kaukasus zu erreichen , von Russland militärisch unterbunden wurde .

  •  Putin blieb dennoch gesprächsbereit und schlug im November 2009 sogar einen europäischen Sicherheitsvertrag vor. Das Angebot wurde ignoriert. Die Empörung Wladimir Putins über den eklatanten Wortbruch des Westens zur NATO-Osterweiterung ist absolut folgerichtig: 

  •  „Sie haben uns ein ums andere Mal betrogen, Entscheidungen hinter unserem Rücken gefällt, uns vor vollendete Tatsachen gestellt. So war es bei der NATO-Osterweiterung und beim Aufbau militärischer Infrastrukturen an unseren Grenzen.“ ( Rede vom 18. März 2014, bzgl. der  "Annexion" der Krim )

  • Die NATO ( M. Rühle, Leiter des Referats Energiesicherheit), erklärte zu dem „angeblichen Versprechen“ bzgl. der Osterweiterung : „Es gab nie politische oder rechtlich bindende Zusagen des Westens, die NATO nicht über das wiedervereinigte Deutschland hinaus nach Osten auszuweiten.“ Bekannt wurde aber, dass  US-Außenminister James Baker am  9. Februar 1990  in den 2+4-Gesprächen das Verbot einer Nato-Erweiterung  bekräftigte. Baker beteuerte insgesamt dreimal : „Die Jurisdiktion der Nato wird sich nicht einen Zentimeter ostwärts bewegen“ . Dieser Zusicherung glaubt Gorbatschow damals ohne eine vertragliche Regelung .

  • Die Verlegung von ca. 30 Tausend US- und NATO Soldaten und massenweise schwerer Technik im Rahmen von "Defender2020" an die Ostgrenze der NATO- der Westgrenze Russlands - bis ca. 80 km vor den Toren der Heldenstadt Skt. Petersburg ist bisher das letzte Glied einer Wahnsinns- Politik von US- und NATO- Hardlinern ! Und leider nehmen auch Kräfte der Bundeswehr daran teil!

    Eine wirksame Entspannung und Vertrauensbildung  zwischen den beiden heute entstandenen weltweiten Machtblöcken ist ein fundamentales Thema!

    Gleichberechtigung der Beziehungen - wichtiger Pfeiler einer Vertrauensbildung

    Gleichberechtigung in partnerschaftlichen Beziehungen gegenüber dem größten Land der Erde mit dessen extrem reichen Ressourcen und dessen leistungsfähiger Wissenschaft und Wirtschaft ist eine unabdingbare  Grundbedingung einer zukünftigen weltweiten positiven Entwicklung. Das gilt in gleicher Weise auch gegenüber der VR China , Ländern wie Indien und wichtiger mächtiger Staaten wie Brasilien oder Nigeria. Die  Politik der USA und der EU als Missionar, als Heilsbringer eines neuen Glaubens an eine "freiheitlich- demokratischen Ordnung" westlicher Prägung wird von  Staatssystemen wie China oder Russland mit ihrer stolzen nationalen Geschichte als Fremdsteuerung im Interesse der USA und des Westens wahrgenommen und konsequent abgelehnt. Die "Erfahrungen" Russlands Anfang der 90er- Jahre aus einer neoliberalen Politik auf Empfehlung von "Beratern" der Weltbank und  des iWF, die zum Absturz der Wirtschaft und des Staatswesens Russlands führten, haben sich tief im gesellschaftlichen Gedächtnis Russlands und dessen Eliten eingegraben.

    Dazu einige Aspekte:

  • Während im Zeitraum um das Jahr 2000 die Zeichen in Europa auf vertrauensvolle Überwindung der aus der Zeit vor 1990 überlieferten Spannungen zwischen der NATO und Westeuropa und Russland standen, führte die Expansion des Westens nach Osten und Ungleichbehandlung russischer Interessen sowie die Blockade jeglicher Schritte in Richtung einer gesamteuropäischen Sicherheitsarchitektur und Wirtschaftsgemeinschaft  zu einer Änderung der Strategie Russlands. Im Kreml wurden diese Entwicklungen als politisches Kalkül des Westens registriert, als Expansionsstreben der EU.

  • Es ist eine fast gesetzmäßige Erscheinung: Der Grad der politischen Verleumdung, Hetze und Aggressivität - der  "Aggressions- Quotient" des Westens " gegenüber der UdSSR und Russland ist umgekehrt proportional zu den "Erfolgen" bei der Implementierung einer vom Westen gesteuerten bzw. angestrebten neoliberalen Entwicklung der Wirtschaftsstrategie und Politik des Landes. Je weniger "Erfolge" bei der Einführung des "freiheitlich demokratischen Systems" westlicher Prägung , um so lauter und intriganter Hetze, Verleumdung und Aggression . Besonders in der Gorbatschow- Ära fiel dieser Quotient stark, er war dann minimal in der Jelzin- Amtszeit und wuchs in dem Masse, wie unter der Regierung Putins der Verfall des Landes gestoppt und das Land wieder stabilisiert werden konnte, Russland wurde nicht zu einem Land der dritten Welt!

  • Nachdem der gleichberechtigte Annäherungsprozess mit Russland und die Akzeptanz Russlands als ebenbürtiger politischer Partner seitens der EU blockiert wurde, wird heute von Russlands Strategen die Schaffung der Eurasian Economic Commission (EEC) als adäquates Entwicklungskonzept und Gegenpool einer westeuropäischen Zoll- und Wirtschaftsunion verfolgt . Es treten daher immer deutlicher geostrategische Gegensätze zu den marktstrategischen und politischen Interessen von USA, NATO und Westeuropa (EU) hervor.

  • Die sogenannte "Annexion" der Krim (siehe oben) wurde seitens der USA und der EU zu einem Wirtschaftskrieg gegen nordstream Russland durch die 2014 erlassenen Wirtschaftssanktionen der EU instrumentalisiert. Die seit Jahren andauernden Sanktionen gegen Russland werden vor allem unter Ausnutzung des internationalen Handels- und Verrechungssystems auf US$- Basis  durch die US- Administration immer weiter angeheizt - eine Facette  des "Kalten Krieges 2.0". Diese Sanktionspolitik  schadet vor allem der stark exportorientierten Wirtschaft Europas und hat z.B. in Unternehmen der Bundesrepublik zu Verlusten in Milliardenhöhe (siehe unten) geführt. Die von Trump gewollten Effekte richten sich zunehmend gegen Europa. Die Wirtschaft Russlands konnte diesen Druck weitgehend durch den Ausbau eigener Kapazitäten und der Handels- und Kooperations- Beziehungen mit der VR China und anderer asiatischer Staaten kompensieren! Der aktuelle Versuch der USA, Europa beim Bau von Projekten zur zukunftssicheren Gasversorgung  mit russischem Gas z.B. durch "Nordstream 2" (und künftig  auch Wasserstoff ?) unter gewaltigen Druck zu setzen, kann nur als ein Teil eines Wirtschaftskrieges gegen Russland verstanden werden.

  • "Wir werden niemanden anflehen“, sagte Russlands Außenminister Sergei Lawrow mit Blick auf die 2014 erlassenen Wirtschaftssanktionen . Russland mit Ländern wie Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Armenien, Ukraine und Weißrussland treibt das Projekt eines regionalen Wirtschaftsbündnisses voran. Doch auch dieses Vorhaben bedeutet nicht, dass Moskau der EU den Rücken zukehrt, die nicht nur sein wichtigster Handelspartner ist, sondern auch der Hauptabnehmer von russischem Gas. Auch Dank der Gaslieferungen glaubt man, die  Bedingungen für eine Partnerschaft mit der EU verbessern zu können. Auch daher will Trump den Verkauf von teurem US- Gas, gewonnen mit Fraking , nach Europa zementieren, indem er Nordstream 2 mit allen Mitteln attackiert.  Das wird die Gas-Lieferungen etwas verzögern, aber Deutschland bzw. Europa sind kein Bundesstaat der USA von Trumps Gnaden.

    Großer Teile der europäischen Wirtschaft und der Politik- Eliten fordern eine Neue Ostpolitik

    Die Anfänge einer "Neuen Ostpolitik" in Deutschland beziehen sich bekanntlich auf das Entspannungskonzept des Kabinetts von Bundeskanzler Willy Brandt im Juli 1963 und zielte auf wichtige Schritte der Entspannung und der Vertrauensbildung,  [wenngleich natürlich eine Strategie der Konvergenz nach westlichem Muster unverkennbar war (GJ)] . Egon Bahr und Willy Brandt plädierten ..für einen Wandel durch Annäherung. Das Besondere an diesem politischen Konzept war, dass [für die Situation in Deutschland] nicht nur kurzfristig oder mittelfristig ein spezifischer Konsens ins Blickfeld genommen wurde, sondern eine langfristige Annäherung.. der Gesellschaftssysteme von Ost und West durch Konzentration auf gemeinsame Interessen angestrebt wurde. ( globale Friedenssicherung , atomare Risikominderung, allgemeine humanitäre Erleichterungen und die Möglichkeit der beidseitigen Akzeptanz des territorialen und machtpolitischen Status quo im Hinblick auf die Konferenzergebnisse von Jalta ... (Quelle )

    Heute, im Jahre 2020 werden die Forderungen nach der Verbesserung der Beziehungen zu Russland immer eindringlicher:

    Matthias Platzeck fordert  "Wir brauchen eine neue Ostpolitik". Wieder geht es darum, „Gräben zu überwinden, nicht zu vertiefen“ (Willy Brandt) – denn der Frieden ist in Gefahr wie nie zuvor. Er fordert  daher nichts weniger als eine neue Ostpolitik: " Russland und Deutschland haben sich entfremdet, eine neue Ost-West-Konfrontation ist ausgebrochen. Das deutsch-russische Verhältnis gleicht einem Scherbenhaufen: Die Hoffnung auf Entspannung – mit dem Fall des Eisernen Vorhangs schon zum Greifen nah – hat sich 30 Jahre später zerschlagen, Russland ist wieder zum Feindbild geworden. Matthias Platzeck, den Russen und ihrem Land von Kindheit an verbunden, engagiert sich für einen Dialog auf Augenhöhe: Deutschland sollte Russland endlich als Partner akzeptieren und dessen Interessen ernst nehmen..."

    Egon Bahr, der Architekt der alten Ostpolitik,  hat kurz vor seinem Tod 2015 unter anderem vorgeschlagen, die Sanktionen gegen Russland einseitig aufzuheben und dass die Bundesrepublik ihre Souveränität dafür nutzen sollte, wieder ein neues Verhältnis aufzubauen.

    Der deutsche Bundespräsident Richard von Weizäcker hat  1985 im Deutschen Bundestag ein Verhalten angeprangert, wie es heute von der Regierung der BRD praktiziert wird, das geschichtsvergessen“ genannt werden könne. Deutschland ist wohl heute im Schlepptau verantwortungsloser Politiker, allen voran aus den USA! Offiziell hat das Nato-Großmanöver „Defender 2020“ schon begonnen. Besonders empörend  sind besonders die Aktivitäten, die im Umfeld des 75. Jahrestages der bedingungslosen Kapitulation Hitler-Deutschlands stattfinden, welch eine Schande für alle Deutschen!  Die deutsche Bundeskanzlerin Frau Merkel begeht mit der Teilnahme deutscher Soldaten an dem größten Nato-Manöver seit Ende des Kalten Krieges gegen Russland einen Tabubruch, der geeignet ist, genau das gegenüber der Russischen Föderation und dem russischen Volk nicht entstehen zu lassen, was durch großartige Gesten und vernunftbetontes Handeln möglich wurde: dauerhafter Friede und mögliche Versöhnung.

    Bundespräsident Richard von Weizäcker müsste heute eine Politik, wie sie von der Regierung der BRD praktiziert wird, nicht nur als  geschichtsvergessen“ bezeichnen, nein,  das ist eine Schande für alle Deutschen, ein unverzeihlicher Affront gegen alle Opfer des Nazikrieges,  ein Verbrechen an der Zukunft unseres Planeten, an der Stabilität des Friedens! Und welche Heuchler hier agieren, kann man aktuell am Beispiel der Schizophrenie sehen, die im weltweiten Kampf gegen Corvid 19 (Corona- Virus) praktiziert wird. Während die Regierungen Reiseverbote und Reduzierung des öffentlichen Lebens auf ein Minimum beschließen, werden - vor der Öffentlichkeit weitgehend abgeschottet- ca.  20- Tausend US- Soldaten, 10-Tausend Soldaten aus Europa und  riesige Mengen Waffen und Material auf dem Landwege bis nahe an die Westgrenze Russland  transportiert! Gefahren im mehrfachen Sinne!

    Die Rolle der gegen die Russische Föderation von der Trump- Administration verhängten und vom Westen mitgetragenen Wirtschafts- Sanktionen wird heute in ihrer perversen Dualität immer deutlicher : Die USA treten weiterhin als der Protagonist  einer neoliberalen Welt unter dem Deckmantel einer "freiheitlich- demokratischen Ordnung" auf und nutzen diese Rolle unter dem Motto "Amerika first" gleichzeitig zur Durchsetzung  ihrer eigenen  Interessen.  Indem sie das Gespenst einer Gefahr durch Russland ständig nähren, zwingen sie die EU nicht nur zu hohen Militärausgaben, sondern schädigen die Wirtschaft der EU und vieler asiatischer Staaten in katastrophalem Umfang! 

    Diese Sanktionen schwächen vor allem auch die deutsche Wirtschaft : 1.300 deutsche Unternehmen haben Russland seit 2014 verlassen. „Vor fünf Jahren waren rund 6.000 Unternehmen mit deutschem Kapital auf dem russischen Markt tätig. Bis 2018 sei ihre Zahl auf 4.700 Unternehmen zurückgegangen, während die maßgeblichen Hauptakteure nach wie vor geblieben sind“, sagte Büchele. Die deutsche Wirtschaft habe aber ein Interesse daran, ihre Präsenz in Russland aufrechtzuerhalten, und ihr Engagement habe sie auch nach Einführung der EU-Sanktionen fortgesetzt".

    Der Deutsch-russische Handel ist durch die US- Sanktionen  massiv betroffen Milliarden-Verluste durch Sanktionen ), die USA profitieren! :   "..  Rund vier Milliarden US-Dollar gehen dem internationalen Handel laut einer Studie von Matthieu Crozet von der Lingnan University in Hongkong und Julian Hinz vom Kieler Institut für Weltwirtschaft durch die Russland-Sanktionen verloren. Davon entfällt mit 55 Prozent ein Großteil auf Russland, der Rest auf die westlichen Länder, wobei hier die Europäische Union 92 Prozent des Schadens trägt. Deutschland ist mit knapp 40 Prozent betroffen. Konkret wird der monatliche Verlust bei Exportwerten für Deutschland auf 667 Millionen US-Dollar beziffert.

    Aber auch einige Anmerkung, die u.E. viele Chancen von Annäherungen und Vertrauensbildung skizzieren:

  • Es existieren heute, trotz der Sanktionen durch die Trump- Administration, viele wertvolle Kontakte und gemeinsame Projekte zwischen führenden Unternehmen der Kosmos- Industrie Russlands und US- Organisationen, wie etwa das Projekt  Sea Launch“ . Es entstand in den 1990er Jahren. Damals beteiligten sich daran der russische Raumfahrtkonzern RKK Energija, die ukrainischen Unternehmen KB Juschnoje und Juschmasch, die amerikanische Firma Boeing und der norwegische Konzern Kvaerner. Es hat das Ziel, Raketenstarts von einer speziell adaptierten Bohrplattform in Äquatornähe zu realisieren. Das Kommandoschiff  Schiff „Sea Launch Commander“ verließ Ende Februar den Hafen von Long Beach bei Los Angeles und hat Mitte März 2020 den russischen Hafen  Slawjanka (Fernost)  erreicht .

  • Als eine Bestätigung der hohen Effektivität der Zusammenarbeit im Kosmos muss man u.E. auch konstatieren , dass das US-Außenministerium dem Weltraumdienstleister „International Launch Services“ , ein Ableger des russischen Konzerns, der die Raketen baut, die Genehmigung erteilt hat , Startdienste mit der Trägerrakete „Sojus“ in den USA anbieten. Laut Analysten ist die Genehmigung eine weitere Bestätigung für die Qualität der russische Raketentechnik und der Unabdingbarkeit einer Kooperation der USA mit Russland im Weltraum.

  • Das Nord Stream 2 Projekt wird durch Einsatz des russischen Verlegeschiffs  „Akademik Cherskiy“ mit großer Sicherheit trotz US-Sanktionen und ukrainischer Verhinderungsattacken fertiggestellt. Nach Ankunft in der Ostsee  wird  das Schiff im Erfolgsfall noch 160 Kilometer in zwei Rohrsträngen von den insgesamt 2460 Kilometern der Pipeline Nord Stream 2 zu verlegen haben.  Im russischen Energieministerium geht man von Ende 2020 - Anfang 2021 als Zeitraum für die Fertigstellung des Projekts aus. (Quelle)

  • Es ist eine wertvolle Tradition, dass anläßlich des Tages des Sieges in Moskau Feierlichkeiten unter Anwesenheit vieler  Staaten und ehemaligen Verbündeten stattfinden. Es ist sehr zu hoffen , dass Russland seine Pläne wegen der Coronavirus-Pandemie nicht ändern muss. Wie bekannt wurde, findet am 9. Mai die Militärparade zum 75. Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg auf dem Roten Platz in Moskau statt. Die russische Regierung hat bereits offizielle Einladungen verschickt, darunter an Präsident Trump, den britischen Premier Boris Johnson, Frankreichs Präsidenten Macron  .. sowie auch Spitzenpolitiker der GUS-Staaten und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit. Die US-amerikanische Seite hat darüber informiert, dass US-Präsident Donald Trump den Feierlichkeiten anlässlich des 75 Jahrestages des Sieges in Moskau nicht beiwohnen werde, aber Washington entsende eine ranghohe Delegation unter Leitung des US-amerikanische Sicherheitsberater Robert O'Brien nach Moskau- ein gute Information!

     

    Zusammenfassend:
    Heute ist es für die Öffentlichkeit der BRD, von der Regierung bis zur letzten Organisation dringender denn je, den Tag der Befreiung, der Vernichtung des Faschismus in Deutschland eng zu verbinden mit einer Politik des Vertrauens und der Entspannung gegenüber der Russischen Föderation!  Schluss mit den Sanktionen gegen Russland , Schluss mit  militärischen Provokationen vom Typ "Defender 2020" oder weitreichenden Radarstationen!


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