Dieser Beitrag soll beginnen mit dem grenzenlosen
Dank und der tiefen Verehrung an die Millionen sowjetischer
Menschen, die durch ihren
heldenhaften Kampf, durch unendliche Opfer und ihren
Siegeswillen für ihr Vaterland dieses historische Datum für
ewig in die Hirne und Herzen aller ehrlichen Menschen eingeprägt
haben. Mit diesem Sieg begann eine neue Etappe des
20.Jahrhunderts. Die Memorials des
Sieges im ganzen Land zeigen Trauer und ehrendes Gedenken, aber
auch den entschlossenen Willen , Feinde abzuwehren. Dank
gebührt auch den Völkern der USA und Großbritanniens,
allen Widerstandskämpfern. Hunderttausende opferten ihr
Leben für den Sieg über Hitlerdeutschland. Sie alle
brachten für die Völker Europas und für das
deutsche Volk die Freiheit von der barbarischen NS- Herrschaft,
die Chance eines friedlichen und demokratischen Neubeginns. Mit
dem Sieg über das faschistische Japan begann auch in Asien
eine neue Ära der Geschichte. Bis
1989 feierte die übergroße Mehrheit der Bevölkerung
der DDR am 08.Mai jeden Jahres den "Tag der Befreiung"
vom Hitlerfaschismus. Am Ende dieses barbarischen Mordens durch
die faschistischen Truppen stand, neben vielen anderen Opfern
dieses Wahnsinns in Deutschland und Europa vor allem der Tod von
über 25 Millionen UdSSR- Bürgern, unendliche
Verwüstungen, unbeschreibliches menschliches Leid in diesen
Regionen. Die Völker der UdSSR, neben Russen vor allem
viele Ukrainer, Weißrussen, Letten u.a. trugen neben dem
Verlust vieler ihrer Soldaten und Partisanen vor allem
unvorstellbare Verluste der Zivilbevölkerung. Die
faschistischen Verbrecher hatten auch fast die
vollständige Vernichtung der jüdischen Bevölkerung
zu verantworten! Die Deutschen ermordeten allein über 3,5
Millionen sowjetische Kriegsgefangene durch Hunger oder
gezielter Tötung. (r.Memorial
Mamajew-Hügel Wolgograd) Nach der
Kapitulation begann für Deutschland und Europa eine Zeit
friedlichen Aufbaus und kurze Zeit danach die Ost-
West-Konfrontation, mit ihrem europäischen Focus in
Deutschland . Die Kriegsfolgen in der UdSSR waren unvorstellbar
und sie prägten neben dem Friedenswillen des Volkes auch
nachhaltig Misstrauen und Schutzbedürfnis gegenüber
Feinden.
9.Mai 1945- ein Tag, dessen historische
Bedeutung für die gesamte Welt wohl nicht besser, als mit
dem Wort "Befreiung" ausgedrückt werden kann. Das
tat dann auch Bundespräsident R. von Weizsäcker 40
Jahre(!) nach Kriegsende erstmals seitens der BRD- Politik.
Seine Worte am 8. Mai 1985 vor dem Bundestag waren ein
historischer Meilenstein der BRD-Ostpolitik. Eine vergleichbare
Position der deutschen Regierung fehlt aktuell leider gänzlich,
die Regierung der Bundesrepublik unter Frau Merkel brüskiert
mit ihrer Nichtteilnahme an den offiziellen Feierlichkeiten am
Tag des Sieges (9.Mai) alle Völker der UdSSR und zeigt sich
als willfähriges Werkzeug in der NATO- EU-Allianz unter
Führung der USA im neuen kalten Krieg gegen Russland. Und
anlässlich des EU-Gipfels Mai 2015 beschwört sie als
Star-Rednerin die Öffentlichkeit, ein Denken in Einfluss-
Sphären nicht zuzulassen. Dabei tut die NATO mit ihrer
Ostpolitik seit Jahren genau das. Offensichtlich ist man erbost,
dass sich gegenüber der NATO ein mächtiger Gegenpool
gebildet hat, als Ergebnis genau dieser Politik der neuen
Konfrontation. Der 70. Jahrestag wird überschattet
durch das politische Kalkül der Konfrontation des Blockes
der NATO und der Mehrzahl der EU- Staaten gegen Russland. Die
Expansionsgelüste der EU nach Osten sind ein Teil der neuen
Weltherrschaftspläne des Westens, die heute mit Cyberware,
Internet- Spionage und anderen Aktionen der NSA und anderer
Geheimdienste neben einem neuen Rüstungswettlauf bei
traditionellen Waffensystemen daherkommen. Auf dem Roten
Platz waren am Tag des Sieges viele Freunde Russlands anwesend ,
darunter das Staatsoberhaupt der VR China Xi Jinping.
Die Welt polarisierte sich. Frau
Merkel, so berichten Moskauer Medien, wollte sich dagegen am
10.Mai neben einer Ehrung am Grabmal des unbekannten Soldaten an
der Kremlmauer
mit russischen Oppositionsführen treffen, eine weitere
total unpassende und überflüssige Aktion!
Offensichtlich hat die Bundeskanzlerin heute erfolgreich
verdrängt, was sie spätestens bei ihrem privilegiertem
(Teil-)Studium in der UdSSR eigentlich verstanden haben sollte-
in Russland leben sehr intelligente und strategisch denkende
Menschen, die besser als alle US- Militärs oder NATO-
"Sekretäre" ihr Land kennen! Sie sollte sich
schämen, als Vertreter dieser aktuellen EU- Politik zum
Jahrestag nach Moskau zu fahren!
Für
mich persönlich war der 50 Jahrestag des Sieges 1995
in Moskau vor 20 Jahren ein tief ergreifendes Erlebnis,
auf dem Roten Platz gemeinsam mit zehntausenden Kämpfern,
ihren Freunden und Angehörigen zu feiern, deren Stolz und
Trauer, Zusammengehörigkeitsgefühl und
Lebenszuversicht zu spüren! Ein Feiertag, den die betagten
Veteranen
des Krieges gemeinsam mit ihren Familien, Freunden und vielen
jungen Menschen begingen und dessen Gewicht von Generation
zu Generation weiter vermittelt wird! 20 Jahre danach werden nur
noch wenige Veteranen dieses Ereignis begehen, aber das
kollektive Gedächtnis eines Volkes lebt weiter. Dazu
gehört auch die aktuelle
Warnung von Außenminister Lawrow an den Westen, keine
Versuche zu unternehmen, die Ergebnisse des 2. Weltkrieges
umschreiben zu wollen - was ja der Kern der gegenwärtigen
Politik des Westens ist. Und auch die Äußerungen von
Polens Präsident B. Komorowskij über die geplante
Sieges -Parade in Moskau (sie sei eine
"Demonstration der Macht") wurde
mit klaren Worten beantwortet: Polen möge nicht vergessen,
dass dank der auf polnischer Erde gefallenen 500 000
sowjetischen Soldaten und dank russischer Panzer der Staat Polen
heute überhaupt existiert. Es ist mir auch sehr wichtig,
hier
Dank zu sagen im
Namen der vielen Deutschen, die nach
ihrer Befreiung aus Konzentrationslagern und Gefängnissen
der Faschisten in einem neuem Leben ihre Ideale von einer neuen
besseren Gesellschaft in Angriff nehmen konnten. Mein Onkel
wurde 11 Jahre von den Faschisten gequält und gedemütigt,
bis er 1945 aus dem KZ
Mauthausen befreit wurde. Meine Eltern waren beide
politische Häftlinge des Naziregimes. Auf Ehrenfriedhöfen
wurden anlässlich dieses Tages auch viele deutsche
Widerstandskämpfer geehrt, die das Grauen des Faschismus
erleben mussten und nach ihrer Befreiung für ein besseres
Deutschland wirkten . Ist das Vermächtnis für ein
friedliches und spannungsfreies Zusammenleben in Europa, 70
Jahre nach dem Ende des 2.Weltkrieges und nach einer Phase der
friedlichen Annäherung der Völker heute vergessen?
Heute scheint eine Neuauflage des unsäglichen kalten
Krieges aufzuleben, der 40 Jahre das Handlungskalkül des
Westens mit der NATO, sowie auch des Ostblockes bestimmte.
Die NATO /EU betreibt heute eine schleichende Expansion des
Einfluss-Bereiches westlicher Demokratie und der damit
einhergehenden "Werte" der Herrschaft von
Finanzkapital und westlichen Großkonzernen! Und die
Politik in Westeuropa agiert einhellig mit dem Ruf "Haltet
den Dieb" gegenüber Russland. Muss man nicht
angesichts der schwerwiegenden Geschichte gleichberechtigt die
Interessen aller
Beteiligten, darunter vor allem auch der Haupt-Siegermacht
Russlands respektieren? Russland hat in der Jelzin- Ära
mit der Grunddoktrin westlicher, neoliberaler Demokratie nach
1990 extrem schlechte Erfahrungen gemacht, verbunden mit
dem Niedergang der meisten sozialen und kulturellen Werte der
Gesellschaft und des Wirtschaftspotentials des Landes! Die
nationale Elite steuert heute einen Weg, der nationale
Würde und Eigenverständnis einschließt, eine
eigenständige Perspektive ohne eine Rolle auf dem Niveau
eines Entwicklungslandes. Das Konzept bietet eine Chance zu
einer dynamischen Entwicklung unter Beachtung der gewaltigen
Geschichte und Kultur dieses riesigen Landes. Russland fordert
aber auch Sicherheit an seiner Westgrenze und Achtung und
Bewahrung des Vermächtnisses der Millionen Toten des
Hitlerkrieges. Die klare Forderung an den Westen, die NATO nicht
bis an die Westgrenze Russlands zu erweitern, keine
militärischen Provokationen oder Radarstationen, die das
Gebiet bis hinter den Ural überwachen können, ist wohl
sehr verständlich ! Wir sollten auch nicht
vergessen, dass die Politik , die gesamte Welt mit alleinigen
Machtansprüchen dominieren zu wollen, spätestens seit
der schmählichen Niederlage der USA in Vietnam, Irak,
Afghanistan u.a. nicht mehr funktioniert. Der Weltpolizist USA
hat historisch seine Machtansprüche für immer
verloren. Und noch so groß mundige und hohle Beteuerungen
einer Bundeskanzlerin können das nicht ändern. Die
Tage um den 9.Mai sind besonders eingebrannt in das Gedächtnis
Russlands und die mediale Präsenz dieses Datums ist keine
Propaganda- Kampagne, sie ist ein Ausdruck des Gefühls und
des Stolzes der russischen Menschen. Man darf auch nicht
übersehen: Nach dem Wegfall der noch bis in letzte Zeit im
Osten der Ukraine bestehenden großen Betriebe mit moderner
strategischer Militärproduktion wurden derartige
Kapazitäten schnellstmöglich in Russland jetzt neu
errichtet oder erweitert . Eine neue Generation Bewaffnung wurde
entwickelt bzw. eingeführt (z.B.
Armata). Die Militärparade zum 70. Jahrestag des Sieges
mit fast 200 Einheiten moderner Technik zeigte, dass der Versuch
der Einordnung der Ukraine in eine inoffizielle NATO-
Dominanz dazu geführt hat, Russlands Wissenschaftler und
Ingenieure anzuregen, eine Antwort zu geben, wie auf dem
traditionsreichen Roten Platz sichtbar war (Parade
). Viele Beobachter bewerten diese Technik mit höchstem
Respekt, die Militärindustrie der RF wird halt nicht von
privaten Konzernen und Geldgier dominiert, und sie funktioniert!
Daher ist das Geschrei westlicher Diplomaten besonders
verständlich. Russland wehrt sich im Ringen der Machtblöcke
gegen eine neue Art der Aggression! Und an der Siegesparade
nahmen symbolisch auch Einheiten der Volksbefreiungsarmee Chinas
neben Einheiten andere befreundeter Staaten teil. Anstatt den
Menschen in der ehemaligen UdSSR am 09.Mai mit Freude und Dank
für diesen historischen Sieg zu begegnen, glauben
"Politiker" sich anmaßen zu dürfen,
traditionelle Feierlichkeiten in allen Regionen Russlands als
Provokationen zu bezeichnen. Leider ist darunter auch die "pro-
EU-Regierung" in Kiew und die Brüsseler "Elite".
Aber nur gemeinsam mit Russland ist heute eine stabile
friedliche Entwicklung möglich.
Wäre
es nicht würdig und für eine so notwendige Entspannung
zielführend, diese Tage der Befreiung und des Sieges zu
einem gemeinsamen vertrauensvollen Vorgehen zu nutzen- ohne
Waffendrohung und ohne das Gespenst einer vermeintlichen
militärischen Invasion! Ich denke an
diesen Tagen auch wiederholt an den Heldenfriedhof
in Leningrad mit
seinen ca. 500 000 Toten der faschistischen Blockade, an
Stalingrad, Odessa ,Kiew, Minsk . Der Text des bekannten Liedes
von Evtuschenko/Kolmanowskij könnte gestern geschrieben
sein.". meinst du, die Russen wollen Krieg.?" Nicht
nur fürs eig’ne Vaterland fiel der Soldat im
Weltenbrand.- Nein, dass auf Erden jedermann in Ruhe schlafen
gehen kann. Holt euch bei jenem Kämpfer
Rat, der siegend an die Elbe trat, was tief in unsren Herzen
blieb: Meinst du, die Russen woll’n Krieg...
Ruhm
und Ehre den Völkern der Sowjetunion für ihren Sieg
über den Faschismus!
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