tag des Sieges

 8.Mai -Tag der Befreiung

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Zum Tag der Befreiung und zum Tag des Sieges des Jahres 2014
Feiertag-Tag des GedenkensBis 1989 feierte die übergroße Mehrheit der Bevölkerung der DDR am 08.Mai jeden Jahres den "Tag der Befreiung" vom Hitlerfaschismus. Am Ende dieses barbarischen Mordens durch die faschistischen Truppen stand, neben vielen anderen Opfern dieses Wahnsinns in Deutschland und Europa vor allem der Tod von über 20 Millionen UdSSR- Bürgern, unendliche Verwüstungen, unbeschreibliches menschliches Leid in diesen Regionen.
Ein Tag, dessen historische Bedeutung für die gesamte Welt wohl nicht besser, als mit dem Wort "Befreiung" ausgedrückt werden kann. Das tat dann auch Bundespräsident R. von Weizsäcker 40 Jahre(!) nach Kriegsende erstmals seitens der BRD- Politik. Seine Worte am 8. Mai 1985 vor dem Bundestag waren ein historischer Meilenstein der BRD-Ostpolitik und fanden vor allem im Ausland hohe Anerkennung. Er nannte den 8.Mai für die Deutschen keinen Grund zum Feiern, wohl aber einen Tag der Befreiung von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Parade 1945Die Menschen der ehemaligen UdSSR feiern seit 1945 am 09.Mai mit ehrendem Gedenken und gleichzeitig Stolz diesen denkwürdigen Tag, den Tag des SIEGES über den Hitlerfaschismus! Dieser Sieg war ein gemeinsamer Sieg aller Völker der UdSSR! Die Bilder von der Siegesparade im Juni 1945 auf dem Roten Platz gingen um die ganze Welt.
Die Völker der UdSSR, neben Russen vor allem viele Ukrainer,Weißrussen, Letten u.a. trugen neben dem Verlust vieler ihrer Soldaten und Partisanen vor allem unvorstellbarer Verluste der Zivilbevölkerung. Die faschistischen Okkupanten hatten neben vielen anderen Verbrechen auch die fast vollständige Vernichtung der jüdischen Bevölkerung zu verantworten! Die Kriegsfolgen prägten nachhaltig den Friedenswillen des Volkes, aber auch Misstrauen und Schutzbedürfnis gegenüber Feinden.

Es war für mich auch persönlich ein tief ergreifendes Erlebnis, anläßlich des 50 Jahrestages des Sieges 1995 in Moskau auf dem Roten Platz gemeinsam mit zehntausenden Kämpfern, ihren Freunden und Angehörigen zu feiern, deren Stolz und Trauer, Zusammengehörigkeitsgefühl und Lebenszuversicht zu spüren! Ein Feiertag, den die betagten Veteranen des Krieges gemeinsam mit ihren Familien, Freunden und vielen jungen Menschen begingen und dessen Gewicht von Generation zu Generation weiter vermittelt wird!
Warum ist es mir heute, am 08.05. 2014 wichtig, einen Beitrag zu diesem Thema zu schreiben?
Anstelle eines gemeinsamen Auftretens für ein friedliches und spannungsfreies Zusammenleben in Europa, fast 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges und nach einer Phase der friedlichen Annäherung der Völker scheint heute eine Neuauflage des unsäglichen kalten Krieges aufzuleben, der 40 Jahre das Handlungskalkül des Westens mit der NATO, sowie auch des Ostblockes bestimmte. Die NATO /EU betreibt heute eine schleichende Expansion des Einfluss-Bereiches westlicher Demokratie und der damit einhergehenden "Werte" der Herrschaft von Finanzkapital und westlichen Großkonzernen! Ist das ein Versuch, die Einfluss-Sphäre Europas weit nach Osten auszudehnen?
Muß man nicht angesichts der schwerwiegenden Geschichte bei solchen Konflikten, wie sie in Kiew Ende 2013 provoziert wurden, gleichberechtigt die Interessen aller Beteiligten respektieren?

Russland hat in der Jelzin- Ära mit der Grunddoktrin westlicher, neoliberaler Demokratie nach 1990 extrem schlechte Erfahrungen gemacht, verbunden mit dem Niedergang der meisten sozialen und kulturellen Werte der Gesellschaft und des Wirtschaftspotentials des Landes! Die nationale Elite will heute einen Weg, der Russlands Würde und Eigenverständnis einschließt, eine eigenständige Perspektive ohne eine Rolle auf dem Niveau eines Entwicklungslandes. Das Konzept der euro-asiatischen Union soll eine kompensierende  Wirkung gegenüber dem Druck des westlichen Wirtschaftsblockes und eine Chance einer dynamischeren Entwicklung öffnen. Russland fordert aber auch Sicherheit an seiner Westgrenze und Achtung und Bewahrung des Vermächtnisses der Millionen Toten des Hitlerkrieges, dokumentiert in der Einhaltung feierlicher Versprechen des Westens, die NATO- nicht bis an die Westgrenze Russlands zu erweitern ! 
Die Tage um den 9.Mai sind besonders eingebrannt in das Gedächtnis Russlands und die mediale Präsenz dieses Datums ist keine Propaganda- Kampagne, sie ist ein Ausdruck des Gefühls und des Stolzes der russischen Menschen.

Das Jahr 2014 zeigt überdeutlich eine neue Situation des Ringens von Machtblöcken und Staatsdoktrinen. Heute ist ein Aufflammen der Auseinandersetzung zweier Systemkonzepte, die doch beide weitgehnd auf Privateigentum an Produktionsmittelen basieren , aber sich im Lenkungskonzept deutlich unterscheiden,  in vollem Gange. Es wird eine ideologische Eskalation in großen Umfanges betrieben! Die Ukraine soll den Einflussbereich der EU und der NATO erwveteranen eitern, ein scheinbar "geeignetes" Objekt. Und, was nicht öffentlich ausgebreitet wird, ein möglicher Zugriff der NATO auf den Osten der Ukraine würde noch immer bestehende große Betriebe mit moderner strategischer Militärproduktion westlichen Interessen -in zweifacher Hinsicht -öffnen. Wie man hört, werden gegenwärtig derartige Kapazitäten schnellsmöglich verlagert und stillgelegt. Große Chemiebetriebe, die mit enormen Mengen gefährlicher Stoffe (z.B. Ammoniak) arbeiten, legen derzeit in der Ostukraine aus Sicherheitsgründen für Mitarbeiter und Bevölkerung diese Produktion still.

Russland wehrt sich im Ringen der Machtblöcke gegen eine neue Art der Agression! 

Es wäre erfreulich, wenn sich gerade jetzt die Politik der BRD nicht in die Verteufelung Putins einreihen würde. Sicher hat z.B. die Bundeskanzlerin erfolgreich verdrängt, was sie spätestens bei ihrem priviligiertem (Teil-)Studium in der UdSSR eigentlich verstanden haben sollte- in Russland leben sehr intelligente und strategisch denkende Menschen, Menschen , die besser als alle US- Militärs oder NATO- "Sekretäre" die Leiden des Krieges kennen!
Anstatt den Menschen in der ehemaligen UdSSR am 09.Mai mit Freude und Dank für diesen historischen Sieg zu begegnen, glauben "Politiker" sich anmaßen zu dürfen,traditionelle Feierlichkeiten in allen Regionen Russlands als Provokationen zu bezeichnen. Leider ist darunter auch die "pro- EU-Regierung" in Kiew, die damit das historische Vemächtnis von Millionen Ukrainern, deren Sieg über Hitlerdeutschland zu negieren sucht und sich damit selbst mit Schande belegt!

Was mir auffiel:
- Die Politiker der EU, Spitzenpolitiker der BRD sprechen bei Debatten um den EURO , die Bankenunion und sonstigen Sonntagsreden zu Ergebnisse und Chancen der EU sehr oft vom wichtigsten politischen Fakt, dass in Europa seit 70 Jahren  Frieden ist! Aber ich kann mich nicht erinnern, dass in diesem Kontext die eigentliche Voraussetzung dafür gewürdigt wurde- der Sieg über den Hitlerfaschismus, dessen Hauptanteil die Sowjetarmee leistete!
-Wie am 08.05 in der ARD zu hören war, vertreten ca. 35% der Deutschen die Meinung, dass die aktuelle Politik Russlands (Putins) vertändlich oder nachvollziehbar ist und als Reaktion unangemessener Aktionen westlicher Kräfte verstanden werden sollte. Die Menschen haben eine durchaus reale, und von vielen propagandistischen Einflüssen unabhängige Meinung. Sicher ist dies auch vom historischen Verdienst der Sowjetunion beim Sieg über den Hitlerfaschismus getragen.
- Es mehren sich die Stimmen, dass eine De-Eskalation der Spannungen um die Ukraine einhergehen muß mit der langfristigen  Zusicherung eines blockfreinen Status ohne NATO- Zugehörigkeit und bei gleichberechtigten Beziehungen nach Ost und West!  
-Die NATO und EU- Politik, einschließlich der BRD- Regierung nutzen aber dieses historisch vorteilhafte Datum nicht etwa, um im Schulterschluß mit der Russischen Föderation die nationalistischen und profaschistischen Kräfte in der Ukraine und angrenzenden Regionen zurückzudrängen. Nein, sie erwägen die dauerhafte Stationierung von NATO- Truppen an der Ostgrenze der EU -in  unmittelbarer Nähe zu Skt. Petersburg oder wenige Flugminuten von Moskau. Sieht so De-Eskalation aus?

-Bis heute wurden keinerlei Vorschläge bekannt, mit der Russischen Föderation und der Ukraine dauerhafte Garantien der Unterlassung der Expansion der NATO bis an die Westgrenze Russlands zu vereinbaren und gleich gar keine Ansätze zur gemeinsamen wirtschaftlichen Stabilisierung der Ukraine zwischen Russland und der EU!
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Wäre es nicht mehr als würdig und für eine Entspannung zielführend, diese Tage der Befreiung und des Sieges zu einem gemeinsamen vertrauensvollen Vorgehen zu nutzen- ohne Waffendrohung und ohne das erdachte Gespenst des Gas-und Ölembargos oder einer militärischen Invasion!


Denken Sie bitte an diesen Tagen einmal an den Heldenfriedhof in Leningrad mit seinen ca. 500 000 Toten der faschistischen Blokade, an Stalingrad oder das bekannte Lied-von Evtuschenko/Kolmanowskij
 ... meinst du, die Russen wollen Krieg.?  
Strophe 2:

Nicht nur fürs eig’ne Vaterland fiel der Soldat im Weltenbrand.
Nein, daß auf Erden jedermann in Ruhe schlafen gehen kann.
Holt euch bei jenem Kämpfer Rat, der siegend an die Elbe trat,
was tief in unsren Herzen blieb: Meinst du, die Russen woll’n Krieg...

Wäre es nicht klüger, seitens der aktuellen BRD- Politik sich der Überzeugung von Altpräsident v.Weizsäcker zu erinnern und eine Ostpolitik der Vernunft fortzuführen?
 
© Dr.Jungnickel